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Kreidezähne (MIH) bei Kindern – spezialisierte Behandlung in Krefeld

Kinderzahnheilkunde in Krefeld

Kreidezähne verstehen. Individuell und langfristig behandeln.

MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation), umgangssprachlich Kreidezähne, ist eine Entwicklungsstörung des Zahnschmelzes. Betroffen ist mindestens einer der ersten bleibenden Backenzähne; häufig zeigen auch bleibende Schneidezähne Veränderungen. In unserer spezialisierten Kinderzahnarztpraxis in Krefeld betrachten wir deshalb nicht nur den sichtbaren Defekt. Entscheidend ist, welche Lösung für den einzelnen Zahn, das Kind und die langfristige Gebissentwicklung medizinisch sinnvoll ist.

Bei Kreidezähnen gibt es kein Standardvorgehen. Zwischen sicherem Zahnerhalt und einer geplanten Entfernung liegen viele fachliche Grautöne, die individuell beurteilt und bei unsicherer Prognose kieferorthopädisch mitgeplant werden müssen.

Empfindliche Zähne beim Kind können Zähneputzen, Essen und auch frühere Behandlungsversuche sehr belastend machen. Wir nehmen Schmerzen, Unsicherheit und Abwehrreaktionen ernst. Deshalb beginnen wir nicht einfach mit der nächsten Reparatur, sondern schaffen schrittweise die Voraussetzungen für eine möglichst sichere und langfristig sinnvolle Versorgung.

MIH-Infoblatt der Kinderzahnarztpraxis Ralf Gudden in Krefeld
Unser MIH-Infoblatt – anklicken und als PDF öffnen

Zertifizierter Spezialist für Kinder- und Jugendzahnheilkunde
Ganzheitliche Diagnostik und individuelle Zahnprognose
Feste KFO-Zusammenarbeit in Krefeld
Seit rund 20 Jahren einheitliche Befund- und Verlaufsdokumentation

Kurz gesagt: Die Schmelzbildungsstörung entsteht bereits während der Zahnentwicklung. Sie wird weder durch unzureichendes Zähneputzen verursacht noch ist sie selbst Karies. Betroffene Zähne können jedoch nach dem Durchbruch leichter einbrechen, schmerzempfindlich sein und ein erhöhtes Kariesrisiko haben.
Betroffene Zähne sind Hochrisikozähne. Sie benötigen vom ersten Erkennen an besonders intensiven Schutz, eine engmaschige Kontrolle und eine vorausschauende Behandlungsplanung. Je früher ein Kind vorgestellt wird, desto eher können wir Empfindlichkeiten begrenzen, gefährdete Zahnoberflächen schützen und die Mitarbeit des Kindes behutsam auf möglicherweise notwendige Behandlungen vorbereiten. Eine Überweisung ist dafür nicht erforderlich: Eltern können ihr Kind bei einem Verdacht oder bereits festgestellten Kreidezähnen selbstverständlich direkt in unserer Spezialpraxis vorstellen.
Kreidezähne beim Kind – was Sie jetzt tun können:

  • Vereinbaren Sie möglichst früh eine Untersuchung – auch wenn zunächst nur eine Verfärbung auffällt. Eine Überweisung benötigen Sie nicht.
  • Reinigen Sie die betroffenen Zähne weiterhin regelmäßig und möglichst gründlich mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Wenn dies wegen Schmerzen kaum möglich ist, teilen Sie uns das bitte bereits bei der Terminvereinbarung mit, statt die Stelle dauerhaft auszusparen.
  • Bringen Sie vorhandene Befunde und Röntgenbilder mit und berichten Sie uns von bisherigen Behandlungen oder besonderen Empfindlichkeiten.

Was sind Kreidezähne (MIH)?

Die Abkürzung MIH steht für Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation. „Molaren“ sind Backenzähne, „Inzisiven“ Schneidezähne. Kreidezähne gehören zu den besonderen Mineralisationsstörungen und qualitativen Schmelzbildungsstörungen. Der Schmelz ist zwar in normaler Dicke angelegt, aber qualitativ unzureichend mineralisiert. Er enthält mehr Eiweiß und weniger Mineral als gesunder Zahnschmelz und ist dadurch weniger belastbar.

Für die Diagnose genügt bereits ein betroffener erster bleibender Backenzahn. Schneidezähne können zusätzlich beteiligt sein, müssen es aber nicht. Ein einzelner betroffener Zahn wird häufig als Kreidezahn bezeichnet. Der umgangssprachliche Begriff beschreibt die auffällige Farbe und geringere Härte, ist aber keine eigene Diagnose.

Praxis-Infoblatt zu Kreidezähnen – kompakt zum Nachlesen und Mitnehmen

Unser einseitiges Praxis-Infoblatt fasst die wichtigsten Informationen zu Kreidezähnen übersichtlich zusammen. Es ergänzt diese ausführliche Seite und eignet sich zum Speichern, Ausdrucken oder Weitergeben.

  • Erscheinungsbild und unsere bewährte Einteilung in Stufen I–III
  • typische Empfindlichkeiten und mögliche Problematiken
  • Schutz-, Kontroll- und Behandlungsformen
  • Hinweis zur fachärztlichen und kieferorthopädischen Planung

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Vorschau des Praxis-Infoblatts zu Kreidezähnen und MIH
Vorschau des Praxis-Infoblatts – anklicken und als PDF öffnen

Kreidezähne erkennen: Symptome und Warnzeichen

Die Ausprägung kann von einer kleinen Farbveränderung bis zu einem großflächigen Verlust von Zahnschmelz reichen. Typische Hinweise sind:

  • scharf begrenzte weißlich-cremefarbene, gelbe oder braune Stellen,
  • eine zunächst intakte, aber weniger belastbare Zahnoberfläche,
  • Absplitterungen oder Einbrüche des Schmelzes kurz nach dem Zahndurchbruch,
  • ungewöhnliche Empfindlichkeit beim Putzen, Essen, Trinken oder bei Luftkontakt,
  • Füllungen oder Kronen, deren Form und Lage für gewöhnliche Karies untypisch wirken.

Gelblich-braune Bereiche sind häufig poröser als helle Veränderungen. Farbe allein reicht jedoch nicht aus, um den Behandlungsbedarf zu bestimmen. Entscheidend sind zusätzlich Schmelzverlust, Empfindlichkeit, Karies, Alter und Belastung des Zahnes.

Unsere diagnostische Einteilung in Stufen I–III: Seit rund 20 Jahren dokumentieren wir die Befunde in unserer Praxis einheitlich in drei aufeinander aufbauenden Stufen. Berücksichtigt werden das klinische Erscheinungsbild, vorhandene Strukturdefekte, Empfindlichkeit und der daraus folgende Behandlungsbedarf. Diese praxisinterne, diagnostisch und behandlungsorientiert verwendete Einteilung ermöglicht uns, Befunde und Langzeitverläufe über viele Jahre vergleichbar zu dokumentieren. Sie wird nicht als weltweit allein gültiger MIH-Index dargestellt, sondern als bewährtes Instrument unserer spezialisierten Versorgung.

Kreidezähne oder Karies? Unterschiede verständlich erklärt

Kreidezähne sind nicht dasselbe wie Karies oder eine nach dem Zahndurchbruch entstandene Entkalkung. Auch andere Mineralisationsstörungen und Schmelzbildungsstörungen können ähnlich aussehen. Die Unterscheidung erfolgt bei der zahnärztlichen Untersuchung und berücksichtigt das Verteilungsmuster, die Oberfläche, die betroffenen Zähne und die Vorgeschichte.

Befund Typische Abgrenzung
MIH Qualitative Schmelzbildungsstörung, die vor dem Zahndurchbruch entsteht; meist scharf begrenzte Veränderungen an ersten bleibenden Molaren, teilweise zusätzlich an Schneidezähnen.
Karies Entsteht nach dem Zahndurchbruch durch das Zusammenwirken von Zahnbelag, vergärbaren Kohlenhydraten und Zeit. MIH-Zähne können zusätzlich Karies entwickeln.
Initiale Entkalkung Meist kreidig-weiße Veränderung nach dem Zahndurchbruch, häufig an Stellen mit länger anhaftendem Zahnbelag, zum Beispiel im Umfeld festsitzender Zahnspangen.
Fluorose Häufig eher diffuse und symmetrische Veränderungen an mehreren gleichartig entwickelten Zähnen.
Andere Schmelzbildungsstörung Bei einer Amelogenesis imperfecta sind meist viele Zähne sowohl des Milchgebisses als auch des bleibenden Gebisses betroffen. Ein Trauma oder eine Entzündung am Milchzahn kann dagegen einen einzelnen bleibenden Nachfolger verändern.

Warum können Kreidezähne Probleme bereiten?

Schmerzempfindlichkeit

Betroffene Zähne können auf Kälte, Wärme, Berührung, Süßes oder Saures reagieren. Manche Kinder meiden deshalb das Putzen oder das Kauen auf der betroffenen Seite.

Schmelzeinbruch und Karies

Poröser Zahnschmelz kann unter Kaubelastung nach dem Durchbruch einbrechen. Raue, schwer zu reinigende Flächen und Schmerzen beim Putzen erhöhen zusätzlich das Kariesrisiko.

Erschwerte Behandlung

Stark empfindliche Kreidezähne können schwieriger örtlich zu betäuben sein. Außerdem haftet Füllungsmaterial an verändertem Schmelz weniger zuverlässig als an gesundem Schmelz.

Langfristiger Behandlungsbedarf

Je nach Ausprägung können Reparaturen, provisorische Versorgungen und spätere definitive Lösungen erforderlich werden. Deshalb ist eine langfristige Planung wichtiger als eine einzelne Maßnahme.

Kreidezähne: Ursachen und mögliche Einflussfaktoren

Eine einzelne, eindeutig nachgewiesene Ursache ist bislang nicht bekannt. Der aktuelle Forschungsstand spricht dafür, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Dazu können erbliche und weitere biologische Einflüsse sowie gesundheitliche Belastungen während der Zahnentwicklung gehören.

Untersucht werden unter anderem Frühgeburtlichkeit, Sauerstoffmangel rund um die Geburt sowie bestimmte Erkrankungen im frühen Kindesalter. Viele beobachtete Zusammenhänge beruhen jedoch auf rückblickenden Studien und beweisen keine direkte Ursache. Auch für Medikamente während der Schwangerschaft ist kein überzeugender allgemeiner ursächlicher Zusammenhang nachgewiesen.

Für Eltern wichtig: Kreidezähne sind keine Folge unzureichender Zahnpflege. Da die Ursache im Einzelfall gewöhnlich nicht festgestellt werden kann, geht es nach der Diagnose vor allem darum, die betroffenen Zähne frühzeitig zu schützen und Beschwerden zu vermeiden.

Keine Standardtherapie: Jeder Befund benötigt eine ganzheitliche Langzeitplanung

Bei der Behandlung von Kreidezähnen gibt es selten ein einfaches Schwarz oder Weiß. Zwischen einem sicher erhaltungsfähigen Zahn und einer eindeutigen Entfernung liegen viele fachliche Grautöne. Deshalb entscheiden wir nicht allein danach, was sich heute technisch füllen oder überkronen lässt.

Wir prüfen, ob ein betroffener Zahn voraussichtlich über viele Jahre zuverlässig erhalten werden kann oder ob wiederkehrende Schmerzen, Schmelzeinbrüche, Reparaturen und weitere Behandlungen zu erwarten sind. Gleichzeitig beziehen wir Alter, Mitarbeit und Belastbarkeit des Kindes, den Entwicklungsstand der bleibenden Zähne, die Bisslage, Platzverhältnisse sowie bereits erkennbare kieferorthopädische Behandlungsziele ein.

1

Kinderzahnärztliche Spezialdiagnostik

Wir dokumentieren betroffene Zähne, Schmelzverlust, Empfindlichkeit, Karies, bisherige Versorgungen und die Behandlungsfähigkeit des Kindes. Daraus entsteht eine kurz-, mittel- und langfristige Prognose – nicht nur eine Momentaufnahme.

2

Fester KFO-Planungstermin bei unsicherer Prognose

Ist der langfristige Erhalt eines ersten bleibenden Molaren nicht eindeutig gesichert oder muss eine Zahnentfernung mitbedacht werden, erfolgt die kieferorthopädische Mitplanung bereits während der Diagnostik. Dafür vereinbaren wir einen festen Termin bei einer kieferorthopädischen Praxis in Krefeld, die mit unserem interdisziplinären Ablauf vertraut ist.

3

Röntgenübersichtsaufnahme für die Gesamtplanung

Wenn sie für diese erweiterte Planung medizinisch erforderlich ist, wird dort eine Röntgenübersichtsaufnahme angefertigt. Sie zeigt unter anderem Entwicklungsstand, Lage und Anlage der nachfolgenden bleibenden Zähne. Erst damit lassen sich Erhalt, günstiger Entfernungszeitpunkt und mögliche kieferorthopädische Folgen fundiert gegeneinander abwägen.

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Gemeinsame Entscheidung vor irreversiblen Maßnahmen

Kinderzahnärztliche und kieferorthopädische Befunde werden zusammengeführt. Gemeinsam wird festgelegt, welche betroffenen Zähne erhalten, zunächst stabilisiert oder gegebenenfalls geplant entfernt werden sollen. Dabei wird auch geklärt, ob zusätzlich auf der Gegenseite oder im Gegenkiefer ein Zahn entfernt werden muss – fachlich als Ausgleichs- oder Kompensationsextraktion bezeichnet.

Unser Ziel ist nicht der maximale Zahnerhalt um jeden Preis. Ziel ist eine langfristig stabile, funktionelle und harmonische Gebissentwicklung mit möglichst wenigen Schmerzen, Reparaturen und belastenden Wiederholungsbehandlungen. Manchmal bedeutet das konsequenten Zahnerhalt, manchmal eine frühzeitig geplante Entfernung zum biologisch und kieferorthopädisch günstigen Zeitpunkt.

MIH-Behandlung bei Kindern: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wie lassen sich Kreidezähne behandeln? Die Versorgung richtet sich nicht allein nach der Farbe oder dem heutigen Defekt. Maßgeblich sind Ausdehnung und Lage des Schmelzschadens, Empfindlichkeit, Karies, Alter, Mitarbeit des Kindes, langfristige Erhaltungsprognose und die kieferorthopädische Gesamtsituation. Deshalb kann derselbe sichtbare Befund bei zwei Kindern zu unterschiedlichen, jeweils richtigen Entscheidungen führen.

1

Vorbeugen und engmaschig kontrollieren

Gründliche häusliche Mundhygiene mit fluoridhaltiger Zahnpasta, individuelle Ernährungsberatung, professionelle Fluoridlack-Anwendungen und regelmäßige Kontrollen helfen, Karies und weiteren Schmelzverlust zu vermeiden. Zusätzliche Fluoridpräparate sollten nur nach individueller Empfehlung eingesetzt werden.

2

Intakte Oberfläche schützen

Bei noch intakten Kauflächen kann eine Fissurenversiegelung sinnvoll sein. Bei jungen, nur teilweise durchgebrochenen oder sehr empfindlichen Zähnen kommen auch vorläufige Schutzmaßnahmen infrage.

3

Defekte mit Füllungen versorgen

Kleinere oder mittlere Defekte können abhängig von ihrer Lage mit geeigneten Füllungsmaterialien versorgt werden. Dabei muss der Übergang zu belastbarem Zahnschmelz sorgfältig geplant werden; Reparaturen können im Verlauf notwendig sein.

4

Stark geschädigte Backenzähne stabilisieren

Bei umfangreichen Defekten können vorgefertigte Metallkronen den Zahn schützen, die Kaufunktion erhalten und Empfindlichkeit reduzieren. Später können je nach Situation andere definitive Versorgungen folgen.

5

Schneidezähne zurückhaltend behandeln

Bei ästhetisch störenden Veränderungen werden möglichst zahnschonende Verfahren ausgewählt. Abhängig von Alter und Befund können beispielsweise eine Infiltration zur Stabilisierung poröser Bereiche, ein sehr oberflächliches Abtragen durch Mikroabrasion oder eine zahnfarbene Kompositversorgung infrage kommen.

6

Zahnentfernung sorgfältig vorausplanen

Ist die langfristige Prognose eines ersten bleibenden Backenzahnes ungünstig, kann eine geplante Entfernung die bessere Lösung sein als ein jahrelanger Kreislauf aus Schmerzen, Reparaturen und erneuten Behandlungen. Zeitpunkt, nachfolgende Zähne, Bisslage, Platzverhältnisse und die gesamte Gebissentwicklung werden vorher kinderzahnärztlich und kieferorthopädisch abgestimmt. Ob zusätzlich auf der Gegenseite oder im Gegenkiefer ein Zahn entfernt werden muss, wird nicht schematisch, sondern individuell im gemeinsamen Gesamtplan entschieden.

Aufwändiger Zahnerhalt benötigt eine verlässliche gemeinsame Grundlage: Gerade bei diesen Hochrisikozähnen müssen häusliche Mundhygiene, Schutzmaßnahmen und vereinbarte Kontrollen dauerhaft möglichst konsequent umgesetzt werden. Die Mitarbeit des Kindes entsteht dabei nicht auf Knopfdruck; sie wird altersgerecht und schrittweise aufgebaut und von den Eltern unterstützt. Wenn eine ausreichende Reinigung und regelmäßige Betreuung trotz gemeinsamer Bemühungen nicht erreichbar sind, steigt das Risiko für Karies, weitere Schmelzeinbrüche und wiederholte Reparaturen erheblich. Dann muss auch kritisch geprüft werden, ob ein besonders aufwändiges langfristiges Zahnerhaltungskonzept medizinisch noch eine verlässliche Perspektive bietet.
Vollnarkose nur in besonderen Fällen – dann aber vollständig vorausgeplant: Ist die Versorgung mehrerer schwer geschädigter, sehr empfindlicher Kreidezähne im Wachzustand nicht zuverlässig und sicher möglich, kann nach persönlicher Untersuchung eine Behandlung in Vollnarkose medizinisch erforderlich sein. Vorher muss feststehen, welche Zähne langfristig erhalten werden sollen, ob einzelne erste bleibende Molaren entfernt werden müssen und welche kieferorthopädischen Begleit- oder Ausgleichsmaßnahmen gegebenenfalls dazugehören. So sollen vermeidbare spätere Eingriffe und erneute Allgemeinanästhesien möglichst verhindert werden. Weitere Informationen zur Vollnarkose bei Kindern

Wann sollte mein Kind mit Kreidezähnen vorgestellt werden?

Die ersten bleibenden Backenzähne – auch 6-Jahr-Zähne oder 6-Jahr-Molaren genannt – brechen meist um das sechste Lebensjahr durch. Gerade in dieser Phase sind sie hinten im Mund schwer sichtbar und häufig nur teilweise durchgebrochen. Eine frühe Kontrolle ist besonders wichtig, wenn das Kind beim Putzen oder Essen über Schmerzen klagt oder ein Zahn ungewöhnlich gefärbt beziehungsweise brüchig erscheint.

Eine sehr frühe Vorstellung ermöglicht uns, das Kind zunächst ohne akuten Behandlungsdruck kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. So können wir Empfindlichkeiten reduzieren und Mundhygiene sowie Mitarbeit gezielt auf den individuellen Befund ausrichten. Diese Zeit kann für den späteren Zahnerhalt entscheidend sein.

  • neu durchbrechender bleibender Backenzahn mit weißer, gelber oder brauner Stelle,
  • Schmerzen beim Zähneputzen, bei kalten Getränken oder beim Kauen,
  • sichtbares Absplittern der Zahnoberfläche,
  • ähnliche Veränderungen an mehreren ersten bleibenden Molaren oder Schneidezähnen,
  • auffällige Schmelzveränderungen an den zweiten Milchbackenzähnen.

Die Kontrollabstände werden nach Befund und Kariesrisiko festgelegt. Bei ausgeprägten Veränderungen sind häufig Kontrollen im Abstand von drei bis sechs Monaten sinnvoll; der konkrete Rhythmus wird individuell vereinbart.

Information für überweisende Zahnarztpraxen

Stellen Sie Kinder möglichst bereits beim ersten Erkennen oder beim begründeten Verdacht auf eine entsprechende Schmelzveränderung in unserer spezialisierten Kinderzahnarztpraxis vor. Bitte warten Sie nicht, bis es zu einem großflächigen Schmelzeinbruch oder zu wiederholten Reparatur- und Behandlungsversuchen gekommen ist. Eine formale Überweisung ist für die Vorstellung nicht erforderlich; vorhandene Befunde, Röntgenbilder und eine kurze kollegiale Information sind für die gemeinsame Planung dennoch sehr hilfreich. Besonders schwierig ist die Ausgangslage nach jahrelangen wiederholten Behandlungen. Dann bestehen häufig bereits starke Empfindlichkeiten, erhebliche Behandlungsangst und ausgeprägte Abwehrreaktionen. Die für einen Zahnerhalt notwendige Mitarbeit kann dadurch kaum noch erreichbar sein. Dann sind die Möglichkeiten für einen langfristig erfolgreichen Zahnerhalt häufig erheblich eingeschränkt. Die frühe gemeinsame Betreuung soll genau diese Entwicklung möglichst verhindern.

Häufige Fragen zu MIH und Kreidezähnen

Die wichtigsten Antworten für Eltern im Überblick.

Benötigt mein Kind für die Vorstellung eine Überweisung?

Nein. Eltern können ihr Kind bei vermuteten oder bereits festgestellten Kreidezähnen direkt in unserer Spezialpraxis vorstellen und einen Erstberatungstermin vereinbaren. Eine Überweisung ist keine Voraussetzung. Wenn bereits Befunde, Röntgenbilder oder eine kollegiale Einschätzung vorliegen, sind diese für die Vorbereitung und gemeinsame Planung sehr hilfreich.

Sind Kreidezähne dasselbe wie Karies?

Nein. Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation ist eine Störung der Schmelzentwicklung vor dem Zahndurchbruch. Karies entsteht danach. Weil der veränderte Schmelz weniger belastbar sein kann und empfindliche Zähne häufig schlechter geputzt werden, kann sich an diesen Zähnen jedoch zusätzlich Karies entwickeln.

Kann man Kreidezähne verhindern?

Eine gezielte Vorbeugung der Schmelzbildungsstörung ist derzeit nicht möglich, weil ihre genaue Entstehung nicht ausreichend geklärt ist. Nach dem Zahndurchbruch lassen sich aber Schmelzeinbruch, Karies und Beschwerden durch frühe Diagnose, konsequente Mundhygiene, Fluoridierung, Schutz der Kauflächen und regelmäßige Kontrollen beeinflussen.

Kann man Kreidezähne heilen?

Die bereits während der Zahnentwicklung entstandene Schmelzveränderung lässt sich nicht rückgängig machen. Betroffene Zähne können jedoch frühzeitig geschützt, weniger empfindlich gemacht und je nach Befund mit Versiegelungen, Füllungen oder Kronen stabilisiert werden. Ziel ist eine möglichst schmerzarme, belastbare und langfristig sinnvolle Versorgung.

Muss jeder betroffene Zahn überkront oder entfernt werden?

Nein. Viele betroffene Zähne benötigen lediglich Schutz, Versiegelung, Fluoridierung und Kontrollen. Umfangreichere Maßnahmen richten sich nach Schmelzverlust, Empfindlichkeit, Karies und langfristiger Prognose. Eine Zahnentfernung ist eine geplante Einzelfallentscheidung und erfordert bei bleibenden Molaren meist eine kieferorthopädische Mitbeurteilung.

Was bedeuten die MIH-Stufen I–III in unserer Praxis?

Die Stufen I–III sind unsere seit rund 20 Jahren einheitlich verwendete diagnostische und behandlungsorientierte Einteilung. Stufe I beschreibt überwiegend intakte, wenig empfindliche Veränderungen. Bei Stufe II bestehen leichtere Strukturdefekte oder Empfindlichkeiten und häufig ist eine Versorgung mit Füllungsmaterial notwendig. Stufe III umfasst ausgeprägte Defekte und meist deutlich empfindliche, besonders anspruchsvoll zu versorgende Zähne. Die Einteilung unterstützt eine über Jahre vergleichbare Dokumentation und Verlaufskontrolle; die konkrete Behandlung bleibt dennoch immer eine individuelle Entscheidung.

Warum wird bei manchen Kindern frühzeitig eine Kieferorthopädie einbezogen?

Bei ersten bleibenden Molaren mit unsicherer Langzeitprognose darf die Entscheidung nicht nur am einzelnen Zahn getroffen werden. Entscheidend sind auch Bisslage, Platzverhältnisse, Entwicklungsstand und Position der zweiten und dritten bleibenden Molaren sowie mögliche kieferorthopädische Behandlungsziele. Eine rechtzeitige gemeinsame Planung kann darüber entscheiden, ob Zahnerhalt oder eine geplante Entfernung langfristig die günstigere Lösung ist.

Benötigt jedes Kind mit Kreidezähnen eine Röntgenübersichtsaufnahme?

Nein. Bei leichten, sicher erhaltungsfähigen Befunden ist eine Röntgenübersichtsaufnahme nicht automatisch erforderlich. Ist die Prognose eines ersten bleibenden Backenzahnes jedoch unsicher oder wird eine Entfernung erwogen, gehört die Beurteilung der Entwicklung aller bleibenden Zähne zur fundierten Planung. Die Aufnahme wird nur bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit angefertigt.

Können auch Milchzähne betroffen sein?

An den zweiten Milchbackenzähnen kann eine ähnliche Hypomineralisation auftreten. Fachlich wird sie als HSPM bezeichnet. Sie ist nicht gleichbedeutend mit MIH, kann aber ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für später betroffene bleibende Molaren sein.

Ist MIH erblich?

Erbliche und weitere biologische Einflüsse spielen nach heutigem Forschungsstand wahrscheinlich eine Rolle. Die Erkrankung folgt jedoch keinem einfachen, bereits sicher vorhersagbaren Erbgang. Aus einem solchen Befund lässt sich daher nicht unmittelbar ableiten, ob Geschwister ebenfalls betroffen sein werden.

Warum tut Zähneputzen bei Kreidezähnen manchmal weh?

Der porösere Schmelz schützt das Zahninnere teilweise weniger zuverlässig. Dadurch können Temperatur, Berührung und bestimmte Lebensmittel stärkere Reize auslösen. Frühe Schutzmaßnahmen sollen die Empfindlichkeit verringern und den Teufelskreis aus Schmerzen, schlechterem Putzen und steigendem Kariesrisiko durchbrechen.

Kreidezähne früh abklären lassen

Der Behandlungsbedarf lässt sich nur am einzelnen Zahn beurteilen. Fotos können einen ersten Hinweis geben, ersetzen aber keine persönliche Untersuchung. Wir beurteilen, welche Zähne betroffen sind, wie belastbar der Schmelz ist, ob Empfindlichkeiten oder Karies vorliegen und welche kurz- und langfristige Versorgung medizinisch sinnvoll ist.

Fachliche Verantwortung

Ralf Gudden – Spezialist für Kinder- und Jugendzahnheilkunde mit langjähriger MIH-Erfahrung

Ralf Gudden ist Zahnarzt und zertifizierter Spezialist für Kinder- und Jugendzahnheilkunde. Er arbeitet seit 2001 in der Kinderzahnheilkunde und führt seit 2006 eine ausschließlich auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete Zahnarztpraxis in Krefeld.

Die in unserer Praxis seit rund 20 Jahren einheitlich verwendete Einteilung und Dokumentation von MIH-Befunden schafft eine besondere Grundlage für die Beurteilung langfristiger Behandlungsverläufe. Die Ergebnisse unserer Kreidezahnversorgungen werden derzeit im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit umfassend ausgewertet.

Die besondere Kompetenz unserer Praxis bei Kreidezähnen zeigt sich nicht in einer einzelnen Technik. Entscheidend ist die vollständige Planung. Dazu gehören frühe Diagnostik, Schmerz- und Prophylaxekonzept, zahnerhaltende Versorgung, Kinderkronen, langfristige Prognoseentscheidung und die feste kieferorthopädische Zusammenarbeit. Wenn es medizinisch erforderlich ist, gehört auch eine vollständig vorausgeplante Zahnbehandlung in Vollnarkose dazu.

Bei Kreidezähnen entscheidet Ralf Gudden deshalb nicht nur, was heute machbar ist. Gemeinsam mit den Eltern und bei unsicherer Molarenprognose mit der kooperierenden kieferorthopädischen Praxis wird festgelegt, welcher Weg die besten Aussichten auf eine dauerhaft funktionelle und harmonische Gebissentwicklung bietet.

Mehr über Qualifikation und Erfahrung von Ralf Gudden

Fachlich verantwortlich: Ralf Gudden
Inhalt zuletzt geprüft: 19. Juli 2026

Ralf Gudden, Zahnarzt und zertifizierter Spezialist für Kinder- und Jugendzahnheilkunde